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Afrika in 24 Bildern pro Sekunde


  • Kino Sputnik Bahnhofplatz 4410 Liestal Schweiz (map)

Eine Filmreihe im Rahmen des Image Afrique Festivals im Kino Sputnik in Liestal präsentiert Filme aus sechs Ländern mit Geschichten aus der Gegenwart.

Zwischen dem 18. und dem 21. Juni 2017 zeigt Image Afrique im Kino Sputnik im Kulturhaus Palazzo sechs Spielfilme aus und über Afrika. Kurator der Filmreihe ist Eric van Grasdorff. Der Politikwissenschaftler veranstaltete von 2004 bis 2016 die monatliche Filmreihe African Reflections in den berliner Hackesche Höfe Kinos. Außerdem leitete er mehrere Jahre die deutsche Sektion von AfricAvenir, einer politisch unabhängigen und gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation, die sich auf dem Gebiet der politischen Bildung sowie der Wissensproduktion und -verbreitung aus afrikanischer Perspektive sowohl in Afrika als auch in Europa engagiert.

Thematisch befassen sich die ausschließlich zeitgenössischen Filme mit brisanten politischen und gesellschaftlichen Themen des heutigen Afrikas, wie etwa Frauenrechte, Rassismus oder Bildung.

So erzählt der tunesische Film À peine j’ouvre les yeux der Regisseurin Leyla Bouzid die Geschichte der lebenslustigen Farah, die gerade die Schule beendete und davon träumt Musikerin zu werden. Es ist Sommer 2010, die Spannungen im Land sind spürbar, die Liedtexte von Farahs Band erregen rasch die Aufmerksamkeit des Geheimdienstes und so wird die Sängerin unerwartet mit den Folgen ihrer Musik konfrontiert.

In ihrem Film Des Etoiles widmet sich die vielfach preisgekrönte Regisseurin Dyana Gaye dem Leben ihrer Protagonistinnen und Protagonisten im Exil in Turin, Dakar und New York. Ihre Wege kreuzen und verlieren sich wieder. Gaye zeichnet in ihrem Film ein aktuelles Bild der Situation von Migrantinnen und Migranten mit all seinen Härten, Hoffnungen und Träumen nach.

Zum schweizer Beitrag des Programms, der Komödie Usgrächnet Gähwilers, die humoristisch mit der zweifelhaften Doppelmoral des schweizer Kleinbürgertums spielt, findet im Anschluss an die Vorführung ein Gespräch mit dem Regisseur Martin Guggisberg statt.


Programmübersicht

Sonntag, 18. Juni, 16 Uhr
Aya de Yopougon

Sonntag, 18. Juni, 18 Uhr
Usgrächnet Gähwilers | Der Regisseur ist anwesend

Montag, 19. Juni, 18 Uhr
La pirogue / Die Piroge

Montag, 19. Juni, 20:15 Uhr
Des étoiles / Unterm Sternenhimmel

Dienstag, 20. Juni, 20:15 Uhr
Ayanda and the Mechanic

Mittwoch, 21. Juni, 20:15 Uhr
À peine j’ouvre les yeux / Kaum öffne ich die Augen


Sonntag, 18. Juni, 16 Uhr

Aya de Yopougon | Französisch

Regie: Marguerite Abouet, Clément Oubrerie
Frankreich, 2013. 84 Min., FSK 14, e
(Animation, Drama, Liebesfilm)

Basierend auf dem gleichnamigen international erfolgreichen sechsteiligen Comic von Marguerite Abouet und Clément Oubrerie erzählt der Animationsfilm die Geschichte einer jungen Frau namens Aya in Yopougon, einem quirligen Viertel von Abidjan. Aya versucht dort nicht nur, sich gegen die streng konservativen Vorstellungen ihres Vaters durchzusetzen, sondern steht auch ihren Freundinnen in Lebens- und Liebesfragen mit fantasievollem Rat und Tat zur Seite. Ein detailverliebter und origineller Animationsfilm über soziale Unterschiede, Patriarchat und Emanzipation in einem westafrikanischen Land wie der Elfenbeinküste.

Der Film feierte Erfolge auf internationalen Festivals von Helsinki über Gijón bis Tokio und wurde 2013 in der Kategorie bester Animations-Spielfilm für den französischen Filmpreis César nominiert.


Sonntag, 18. Juni, 18 Uhr | Regisseur anwesend

Usgrächnet Gähwilers | Schweizerdeutsch

Regie: Martin Guggisberg
Schweiz, 2016. 91 Min., e
(Komödie)

Therese und Ralph Gähwiler führen ein idyllisches bürgerliches Leben in einer kleinen Schweizer Stadt. Therese vertreibt sich die Zeit mit moderner Kunst und ihrem Dackel. Ralph arbeitet an seinem Durchbruch in der lokalen Politik geleitet von der Devise: kompetent, entschieden, klar. Noch konservativer und verklemmter als die Gähwilers sind ihre neureichen Nachbarn: Ralphs politischer Verbündeter Peter und dessen Frau Monika. Das Leben von Therese und Ralph wird auf den Kopf gestellt, als sich ihr afrikanischer Gärtner Ngundu bei der Arbeit verletzt. Er kann nicht mehr gehen, will aber keinesfalls ins Krankenhaus. So haben die Gähwilers keine andere Wahl als ihn in ihrem Haus zu behalten – aber außer Sichtweite.


Montag, 19. Juni, 18 Uhr

La pirogue / Die Piroge | Französisch/Wolof

Regie: Moussa Touré
Senegal, 2012. 87 Min., FSK 12, f/d
(Drama)

La Pirogue erzählt vom senegalesischen Fischer Baye Laye, der sich widerwillig überreden lässt, eine Gruppe von Migrant*innen über den Atlantik zu den Kanarischen Inseln zu bringen. Die dreißig Männer an Bord des schlichten Motorboots, das eigentlich für den Küstenfischfang gebaut ist, haben alle teuer bezahlt für die Überfahrt und träumen von Karrieren als Fußballer und Musiker oder einfach nur davon, in Europa ein vernünftiges Auskommen zu finden. Und so beginnt die gefahrvolle Reise auf der Piroge, die sie vor große Herausforderungen stellen wird.

„Touré lässt unseren Atem stocken und uns an der Grausamkeit der Tragödie hautnah teilhaben.“ Hassouna Mansouri, Africiné


Montag, 19. Juni, 20:15 Uhr

Des étoiles / Unterm Sternenhimmel | Fränzösisch/Englisch/Italienisch

Regie: Dyana Gaye
Frankreich, Belgien, Senegal, 2014. 88 Min., FSK 6, d
(Drama)

Zwischen Turin, Dakar und New York, blickt der Film auf das Leben dreier Charaktere im Exil, deren Wege sich kreuzen und wieder verlieren. Im Laufe der Zeit wiederholen sich die Muster ihrer individuellen Geschichten – durch die Diversität der Metropolen, die sie durchqueren und die Dinge, die ihnen begegnen, vereinen sich ihre Schicksale letztendlich alle unter demselben Sternenhimmel. Die vielfach preisgekrönte Regisseurin Dyana Gaye begleitet ihre Protagonist*innen durch die verschiedenen Städte und entwirft in ihrem Film ein aktuelles Bild der Situation von Emigrant*innen mit all seinen Härten, Hoffnungen und Träumen.

Des Étoiles ist zärtlich, ohne naiv zu sein. Sein Blick ist umso beachtlicher, als dass er es schafft, das Thema der weltweiten Migration jenseits der gängigen Klischees und der aggressiven Inszenierung der Nachrichtensendungen zu behandeln” (Alex Champion, Le JDD)


Dienstag, 20. Juni, 20:15 Uhr

Ayanda and the Mechanic | Zulu/Sesotho/Englisch

Regie: Sara Blecher
Südafrika, 2015. 105 Min., d
(Drama, Liebesfilm)

In einem pulsierenden und diversen Stadtteil von Johannesburg restauriert die 21-jährige energische Ayanda alte Möbel und macht daraus gefragte Kultgegenstände. Acht Jahre nach dem Tod ihres Vaters ist sie fest entschlossen, seine Autowerkstatt wiederzubeleben, die allerdings tief verschuldet ist und vor dem Verkauf steht. Um das Erbe ihres Vaters zu retten, ersinnt Ayanda eine neue Geschäftsidee: Gemeinsam mit ihrem Freund David will sie Oldtimer sanieren und weiterverkaufen. Der Film strotzt nur so vor Energie und Stil, die so typisch sind für das urbane afropolitane Südafrika.

Ayanda and the Mechanic is a fresh, modern, stylish take on 21st century Africa" Katie Walsh, LAFF


Mittwoch, 21. Juni, 20:15 Uhr

À peine j’ouvre les yeux / Kaum öffne ich die Augen | Arabisch/Französisch

Regie: Leyla Bouzid
Tunesien, 2015. 102 Min., FSK 14, d/f
(Drama)

Die lebenslustige Farah hat gerade die Schule beendet und singt in einer Rockband. Sie träumt davon, professionelle Musikerin zu werden, ihre Eltern sähen sie lieber als Medizinstudentin. Proberäume und Auftritte jedoch sind rar und die immer gesellschaftskritischer werdenden Liedtexte der jungen Leute erregen die Aufmerksamkeit des Geheimdienstes. Farah aber ist verliebt und fühlt sich unverwundbar – sie singt in Kneipen, genießt das Nachtleben von Tunis, während ihre Mutter Hayet sie am liebsten einsperren würde. Es ist Sommer 2010, die Spannungen im Land sind spürbar, und Farah wird unerwartet mit den Folgen ihrer Musik konfrontiert…


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Image Afrique Filmreihe | 18. bis 21. Juni 2017
Kino Sputnik, Kulturhaus Palazzo, Am Bahnhofplatz, Liestal
www.palazzo.ch
www.imageafrique.com

Earlier Event: June 16
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